Wie weiter mit der Kreisklinik

Wahlkreis

„Wie weiter mit der Kreisklinik?“ lautete der Titel einer Veranstaltung, zu der der SPD-Ortsverein Groß-Gerau ins Dorfgemeinschaftshaus nach Berkach eingeladen hatte.

  Das Thema hat höchste Aktualität, denn die Klinik muss umstrukturiert werden, will man den Standort Groß-Gerau erhalten.  Mit großem Interesse folgen über 60 Zuhörer der Diskussion mit Landrat Thomas Will und dem Landtagsabgeordneten Gerald Kummer, die von dem Mediziner Dr. Harald Braun kompetent moderiert wurde.

Die Frage war: Wie kann die Zukunft einer leistungsfähigen Kreisklinik aussehen?

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In der Diskussion hoben Will und Kummer deutlich hervor, dass der Kreis das Ziel verfolge, den Standort zu bewahren und die medizinische Versorgung zu erhalten. Die politisch Verantwortlichen sähen dies als öffentliche und soziale Aufgabe an.

Mit der neuen Geschäftsführerin Fr. Dr. Raab soll ein sog. „Intersektionales Versorgungszentrum“ mit Notaufnahme, Chirurgie und Inneren Medizin, aufgebaut werden. Mit einer Pflegestation soll gewährleistet werden , dass frisch operierte Patienten das Krankenhaus nicht zu schnell verlassen müssten, sondern erst dann entlassen würden, wenn sie gut versorgt in ihren Alltag zurückkehren könnten. So komme man von defizitären Fallpauschalen zu einer anderen Finanzierung mit pauschalen Pflegesätzen, die die Krankenkassen zusagten.  Das Budget hierfür wird von der Geschäftsführerin auf 30 Mio € jährlich beziffert, wovon die Krankenkassen bereit seien, 26 Mio zu tragen. Somit müsste der Kreis im schlimmsten Falle ein Defizit von 4 Mio ausgleichen.

Will sieht es als ein sehr positives Zeichen, dass die Krankenkassen nun ihre Kooperation signalisieren.

Zur Zeit hat die Klinik „Insolvenz in Eigenverantwortung“ beantragt. Dies, weil das Projekt „Intersektionales Versorgungszentrum“ nur dann erfolgreich sein kann, wenn es ohne finanzielle Belastung starten kann. „Es ist sinnvoll, den harten Weg zu gehen, um das Ganze zu erhalten.“, sagte der Landrat.

Gerald Kummer bezeichnet diesen 3. Versuch der Rettung der Kreisklinik als Pilotprojekt, für das er keine Alternative sehe, wolle  man den Standort nicht aufgeben. Der Landespolitiker betonte, dass im hessischen Krankenhausrahmenplan die Kreisklinik mit ihrem Standort stehe und dass das Land Hessen seiner Verpflichtung nicht in ausreichendem Maße nachkomme, Investitionen in die Krankenversorgung zu leisten. „Ich fordere das Land auf, den Kommunen endlich das Geld zur Verfügung zu stellen, dass sie für die Erfüllung ihrer Aufgaben brauchen. Es ist zu wenig, es ist nicht bedarfsgerecht!“, sagte Gerald Kummer.

In der Diskussion haben viele Beiträge gezeigt, dass man dem eingeschlagenen Weg mit gewisser Zurückhaltung gegenüber steht und auch mit dem Wegfall einzelner Stationen wie bspw. der Gynäkologie nicht einverstanden ist. Viele Zuhörer sahen die Vorgehensweise als notwendig an aber auch als Bewegung auf Glatteis.